Kommunikationstechnologien für Menschen mit Hörbehinderung

Kommunikationstechnologien für Menschen mit Hörbehinderung
© Axel Kock - Fotolia.com

Den Wecker überhört und zu spät gekommen, weil man verschlafen hat – wem ist das noch nicht passiert? Für viele Menschen startet der Tag mit einem Geräusch, auf das sie gerne verzichten würden.

Ob Wecker, Türklingel, Telefon, Radio, Fernseher, Navi: Geräusche und Töne begleiten uns von früh bis spät, geben wichtige Hinweise, nerven uns, ermöglichen Kommunikation und warnen vor Gefahren.

Aber wie meistern Menschen ihren Alltag, wenn akustische Informationen sie behinderungsbedingt nicht erreichen? Für gehörlose Menschen müssen hörbare Informationen so verändert werden, dass sie optisch oder taktil wahrgenommen werden können. So wird man beispielsweise durch einen Blitzlicht-Wecker aus dem Schlaf geholt oder durch ein Vibrationskissen. Das handtellergroße Element ist per Kabel mit dem Wecker verbunden, und rüttelt, unter dem Kopfkissen platziert, je nach Wunsch mehr oder weniger sanft wach. Türklingeln lassen sich mit Sendern nachrüsten, die per Funk eine Blitzlichtlampe innerhalb der Wohnung in Gang setzen. Babyphone und lebensrettende Rauchmelder funktionieren über ähnliche optische und taktile Signalgeber.

Ist ein Resthörvermögen vorhanden, stellen besonders laute Signaltöne eine weitere Alternative dar. Entsprechend werden Wecker und Kingelton-Verstärker mit extrem hoher Dezibel-Leistung angeboten. Beim Einsatz sollte allerdings auf die Geräuschbelastung von Mitbewohnern und Nachbarn Rücksicht genommen werden.

Neben diesen Hilfsmitteln gibt es Hörverstärker, Kopfhörer und Übertragungsanlagen, die es schwerhörigen Menschen erleichtern, Audioquellen wie Radio, Handy und Musikanlage zu nutzen und um besser an Gesprächen teilnehmen zu können. Zum Teil sind Kirchen, Kinos, Theater, Konferenz- und Unterrichtsräume bereits mit Tonübertragungsanlagen ausgestattet. Sie übertragen Töne über Induktionsschleifen, Funk oder Infrarot auf Kopfhörer oder Hörgeräte und ermöglichen Sprachverstehen und Musikhören auch bei störenden Umgebungsgeräuschen. Alle Kommunikationshilfen finden Sie bei REHADAT.

Wie hörbehinderte und gehörlose Menschen erfolgreich ihre Arbeit bewältigen und welche Hilfen am Arbeitsplatz zum Einsatz kommen, zeigen Beispiele aus der Praxis in REHADAT. Für einen ersten Eindruck: Dieser Film porträtiert drei Personen mit einer Hörbehinderung in unterschiedlichen Berufsfeldern.

Über den Autor: Heike

Heike Knaak

Heike Knaak ist im IW Köln als Referentin im Kompetenzfeld Berufliche Teilhabe und Inklusion tätig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.