Live-Videos – der neue Trend in der Social-Media-Community

Fotos oder Videos im Netz zu posten, gehört schon lange zu den Standardfunktionen der beliebten Social-Media-Netzwerke Facebook, Instagram, Twitter oder Snapchat. Doch der neueste Trend sieht so aus: Videos werden nicht mehr einfach nur online gestellt, sondern können in Echtzeit „live“ über das World Wide Web gestreamt werden. War die Funktion bei Facebook zunächst nur mobil in den USA und sechs weiteren Ländern möglich, ist das Live-Posting seit Herbst 2016 auch als Desktopversion unter anderem in Deutschland freigeschaltet.

So funktioniert‘s

Neben Promis, Bloggern und Ottonormalverbrauchern nutzen immer häufiger auch Personen des öffentlichen Lebens wie Politiker und Journalisten die Live-Funktionen, um mit ihren Wählern, Fans und Unterstützern in Kontakt zu treten. Die Facebook-Nutzer können während des maximal 90-minütigen Live-Streams Fragen oder Kommentare posten, auf die der Moderator direkt reagieren kann. Um den Service zu aktivieren, müssen die Facebook-User den neuen Button „LIVE“ unterhalb des Textfeldes anklicken und einen Titel für das Live-Video eingeben. Nach einem kurzen Countdown geht es auch schon los, und der Livestream wird im Newsfeed anderer Nutzer angezeigt. Die Anwendung ist so einfach wie praktisch, denn sie ermöglicht den direkten Chatkontakt mit anderen Nutzern ohne Messenger-Dienst.

Wer soll das Video sehen?

Wer die Live-Videos ansehen kann, entscheidet der Video-Protagonist ganz allein. Doch zu beachten gilt: Nachdem das Video gespeichert wird, schaltet Facebook den Beitrag automatisch auf „öffentlich“, so dass Nutzer in- und außerhalb der App das Video ansehen können. Wer seinen Zuschauerkreis jedoch eingrenzen oder erweitern möchte, der kann vor Beginn der Live-Übertragung in den Einstellungen und in den Sendeoptionen festlegen, wen der Beitrag erreichen soll. Während der Live-Sitzung kann der Facebook-User sehen, welche und wie viele User seinen Beitrag streamen. Fest steht: Das Social-Angebot ermöglicht seinen Nutzern größere Zuschauerreichweiten als bisher.

 

„Live“-Funktionen bei anderen Anbietern

Das „Live“- Angebot gibt es aber nicht nur bei Facebook und Instagram. Alternativen bieten unter anderem die Twitter-Tochter Periscope, Youtube oder auch Twitch, die vor allem bei Gamern beliebt ist.

Ähnliche Streaming-Features ermöglichen auch Online-Anbieter wie Google, die über Standort-Informationen der Android-Nutzer Daten in Echtzeit aufbereiten. Auf Fragen wie „Wann lohnt sich der Einkauf in der Stadt? Zu welcher Uhrzeit kann ich mein Lieblingsrestaurant am besten besuchen?“ oder „wo finde ich zu Stoßzeiten in der Stadt am besten einen Parkplatz?“ – kann der Google-Standort-Service aktuelle Antworten liefern. Das heißt: Die App wertet über Google-Maps und die Suchergebisse der Smartphone-Nutzer momentane Nutzerzahlen an dem gesuchten Standort aus und stellt diese dann als Stoßzeitdiagramme zur Verfügung. So kann ein Google-Nutzer unter dem Button „Live“ einsehen, wie gut ein Standort aktuell besucht wird. Eingeblendete Informationen über die Besuchsdauer basieren jedoch auf den Daten der vergangenen Woche. Die Funktion kann also helfen, beliebte Besucherzeiten besser abzuschätzen, um den nächsten Einkauf in der Stadt so stressfrei wie möglich zu gestalten. Doch aufgepasst: Für den kostenlosen Service nutzt Google Daten von Smartphone-Nutzern mit aktiviertem Google-Standortverlauf. Wer seine Daten nicht einfach aus der Hand geben möchte, der kann die Funktion ganz einfach unter den Standort-Einstellungen des Mobilgerätes deaktivieren.

Der neue „Live-Trend“ zeigt: Facebook und Instagram werden wohl nicht die einzigen sozialen Netzwerke mit Echtzeit-Streaming-Service bleiben. Twitter und andere Online-Anbieter haben bereits angekündigt, in naher Zukunft ähnliche Funktionen anzubieten.

Über den Autor: Laura

Laura Weber

Laura Weber ist als studentische Hilfskraft bei der IW Medien tätig. Sie unterstützt die Kolleginnen und Kollegen im Bereich Crossmediale Projekte.

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