Medien lassen viele Chancen zur Positionierung liegen

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Viele Verlagshäuser und Redaktionen haben in den letzten Jahren Umstrukturierungen vorgenommen und ihre Prozesse grundlegend verändert. Nicht immer stand dabei die Frage im Vordergrund, wofür ein Medium grundsätzlich steht. TAGESSPIEGEL-Herausgeber Sebastian Turner hat in der ZEIT den Leitmedien-Ansatz formuliert: „Die Leitmedien sind die Gewinner des Medienwandels. Sie werden immer wichtiger, weil ihr Publikum immer einflussreicher wird.“  Turner fragt: „Wer führt, wer folgt?“

Der SPIEGEL droht seine Meinungsführerschaft jedenfalls allmählich zu verlieren. Das Hamburger Nachrichtenmagazin büßt dramatisch an Dominanz als wichtigster Agenda Setter in der deutschen Medienlandschaft ein. Auch nach dem dritten Quartal hat es der SPIEGEL nicht geschafft, zu früherer Stärke als Meinungsführer zurückzukehren. Der SPIEGEL bleibt zwar meistzitiert, der Abstand zur zweitplatzierten BILD ist aber weiter geschrumpft. SPIEGEL ONLINE verleiht der Marke SPIEGEL allerdings viele Impulse und wird selbst gut aufgegriffen.

Dagegen haben die Springer-Titel BILD AM SONNTAG, WELT und WELT AM SONNTAG sowie der TAGESSPIEGEL zwischen Januar und September 2015 mehr Themen mit ihrer Berichterstattung gesetzt als im Vorjahreszeitraum. Der TAGESSPIEGEL etwa hat seinen Standortvorteil in der Hauptstadt und die Nähe zur politischen Szene genutzt, um sich zu Themen wie Rechtsterror, Asylpolitik oder Mindestlohn-Verstöße zu positionieren.

Auch die RHEINISCHE POST wird zu zahlreichen bundespolitischen Themen zitiert. Viele Regionalzeitungen haben es aber versäumt, aus ihrem Standort-Vorteil Potenzial zu schlagen. Zu bundespolitischen Themen können sie in der Regel nicht mit den großen überregionalen Redaktionen konkurrieren Die RHEINISCHE POST lässt erste Ansätze erkennen, den Energiestandort NRW mit Großkonzernen wie RWE und E.ON zu nutzen. „Viele Medien lassen die Chancen, die sich durch den Standort oder Spezialisierung auf bestimmten Gebieten ergeben, liegen“, meint Roland Schatz, Gründer und CEO von Media Tenor International, dessen Forschungsinstitut die Zitate-Analyse herausgibt. Als Beispiel dient ihm das WALL STREET JOURNAL. Es beweise überragende Agenda Setting-Qualitäten im Bereich der IT-Branche. Auf dem deutschen Medienmarkt sei kein Titel in Sicht, der sich diese Rolle zu erarbeiten versuche.

Über den Autor: Kerstin

Kerstin Klemm

Kerstin Klemm ist freie Journalistin und lebt in Bonn.

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