Mehr als nur der Montagsblues: Psychische Erkrankungen im Arbeitsleben

Mehr als nur der Montagsblues: Psychische Erkrankungen im Arbeitsleben
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Überforderung, Erschöpfung, keine Lust auf den Job: Schwarze Tage, an denen man lieber im Bett bleiben möchte statt für die Arbeit aufzustehen kennt jeder. Kein Wunder angesichts des dicht getakteten Berufsalltags wie er vielen abgefordert wird.

Nicht jeder Anflug von Montagsblues ist Vorbote für ein seelisches Gesundheitsproblem oder Beweis dafür, dass der Arbeitsplatz krank macht.  Aber Fakt ist, dass seit längerem die Fehltage in Betrieben aufgrund psychischer Erkrankungen ansteigen und kein Ende dieser Entwicklung in Sicht ist.

Unternehmen stehen vor einem Problem, denn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einer psychischen Erkrankung fallen weitaus länger aus als Beschäftigte mit einer anderen Diagnose. Dabei schlagen Depressionen als Hauptgrund für eine Krankschreibung mit den meisten Ausfalltagen zu Buche.

Depressionen treffen Menschen aus allen Berufsfeldern und machen auch vor dem Management nicht halt. Neben genetischen, neurobiologischen und körperlichen Faktoren gehören psychosoziale Faktoren wie belastende Arbeitsbedingungen und chronischer Stress mit zu den auslösenden Ursachen. Insbesondere Arbeitsverdichtung, die Verpflichtung zu Multitasking und zu ständiger Erreichbarkeit beeinträchtigen auf Dauer die psychische Gesundheit.

Depressionen gelten als gut therapierbar. Mit der richtigen Versorgung kann in vielen Fällen die Arbeits- und Leistungsfähigkeit langfristig erhalten werden. Bemerkenswert ist allerdings die große Zahl Betroffener, die nicht in Behandlung ist.

Ungeachtet Prominenter, die sich outen und verstärkter Medienpräsenz des Themas wird eine depressive Störung manchmal nicht erkannt, und, öfter noch, verheimlicht – teils aus Angst vor sozialer Ausgrenzung, Nachteilen im Job oder gar Kündigung. Die Betroffenen ziehen sich zurück, arbeiten trotz Beschwerden und Leistungseinbußen weiter. Als Folge reagieren Kolleginnen,  Kollegen und Vorgesetzte häufig mit Unverständnis, da sie das veränderte Verhalten oder die Probleme bei der Arbeitsbewältigung nicht richtig deuten können.

Umso wichtiger ist im Arbeitsalltag ein offenerer Umgang mit depressiven Erkrankungen.

Die REHADAT-Wissensreihe Depressionen gibt dazu praxisbezogene Tipps und Hilfen. Sie informiert Führungskräfte, betriebliche Akteure, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu

·         Erkrankung und Behinderung (Symptome, Diagnose, Therapie)

·         Auswirkungen auf das Arbeitsleben

·         Lösungen für den Arbeitsalltag

·         Weiterführende Informationen und Adressen

Übrigens: Das viel zitierte Burn-out-Syndrom bezeichnet im Gegensatz zur Depression keine eigenständige Diagnose, sondern eine Stressreaktion aufgrund länger andauernder, subjektiv erlebter Arbeitsüberforderung.

Wer wissen will, wie ernst es um den eigenen Zustand bestellt ist, kann einen Selbsttest machen.

Mehr zum Thema Psychische Erkrankungen und Arbeitsleben (z. B. Beratungsstellen, Fallbeispiele gelungener Eingliederung, Literatur, Seminaranbieter) finden Sie bei REHADAT.

Bildquelle: fotolia

Über den Autor: Heike

Heike Knaak

Heike Knaak ist im IW Köln als Referentin im Kompetenzfeld Berufliche Teilhabe und Inklusion tätig.

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