Mehr Inhalt, noch persönlicher: Die Werbetrends auf der dmexco 2015

Mehr Inhalt, noch persönlicher: Die Werbetrends auf der dmexco 2015

Kunden über Inhalte für sich gewinnen – das ist „Content Marketing“, eines der meistdiskutierten Themen auf der dmexco 2015, der größten europäischen Fachmesse für die digitale Wirtschaft. Immer mehr Unternehmen oder Organisationen möchten ihre Zielgruppen mit Inhalten über Zeitschriften, aber auch Webseiten, Blogs, Newsletter und andere Kanäle erreichen. Im Unterschied zum klassischen Produktmarketing bietet das Content Marketing hochwertige Informationen oder Unterhaltung, mit denen sich der Anbieter als Experte für ein bestimmtes Thema profilieren und Sympathien wecken kann. Das eigentliche Produkt steht dabei nicht im Vordergrund. So auch bei Coca Cola: Auf der dmexco präsentierte das Unternehmen seine Webseite, die einem Online-Magazin für Jugendliche ähnelt. Hier geht es um Lifestyle, Wunsch-TV, Gewinnspiele und einiges mehr. Das Getränk ist dabei zwar immer zumindest als Silhouette der typischen Glasflasche präsent, spielt oft aber nur eine Nebenrolle.

Leser gestalten Zeitungsinhalt mit

Auch das Handelsblatt präsentierte auf der dmexco seine Ideen zum Content Marketing: Herausgeber Gabor Steingart informiert im „Morning Briefing“ täglich über Themen, die aus Handelsblatt-Sicht wichtig werden. So versucht die Zeitung, sich über den reinen Inhalt der Zeitung hinaus als digitales Medium mit dem Gespür für die tagesaktuellen Themen der Gesellschaft zu profilieren. Auf der dmexco verriet Steingart auch, wie er das Handelsblatt noch näher an die Leserbedürfnisse rücken möchte. Unter anderem veranstaltet er regelmäßig Treffen mit Lesern oder lädt sie ein, ihm Fragen für anstehende Interviews zu schicken. Dadurch räumt er ihnen eine Mitgestaltungsmöglichkeit ein – und profitiert von zusätzlichen Meinungen zu den journalistischen Inhalten. Denn, so Steingart, Leser seien „mindestens so schlau wie der Redakteur, der den Artikel schreibt“.

Auch der Laden wird digital

Überhaupt, Personalisierung: Nicht nur beim Handelsblatt ist es ein Top-Thema, auch in der digitalen Wirtschaft allgemein, wie viele Gespräche an den Messeständen zeigten. Vertreten waren zum Beispiel junge Start-ups, mit deren Diensten der Nutzer sich Webseiten an seine Interessen anpassen kann. Im Gegenzug erfährt die E-Commerce-Branche durch die Personalisierung mehr über die Nutzer, um sich besser auf ihre Interessen einstellen zu können. So sind nicht nur gezieltere Empfehlungen nach dem Muster „Das könnte Ihnen auch gefallen“ möglich. Auch das Kauferlebnis im Ladengeschäft soll schon in naher Zukunft mit dem Onlineshopping kombiniert werden können. Martin Wild von Media Saturn präsentierte diese Zukunft: Mobile Endgeräte sollen den Käufer durch den Laden navigieren und ihn beim Kauf durch gezielte Produktinformationen unterstützen. Der Technikkonzern arbeitet bereits an der Umsetzung eines solchen Projektes.

Über den Autor: Luis

Luis Priboschek

Luis Priboschek war bei der IW Medien tätig. Er hat seine Ausbildung zum Medienkaufmann erfolgreich absolviert.

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