Pendler-Story: Frau Lorenz und das kurze Sitzplatz-Glück

Pendler-Story: Frau Lorenz und das kurze Sitzplatz-Glück
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Meine Kollegin Inge Lorenz und ich sind Pendlerinnen. Täglich reisen wir von Bonn nach Köln und wieder zurück. Meist fahren wir mit der Mittelrheinbahn (MRB), die zur Trans Regio Deutsche Regionalbahn GmbH gehört. Die MRB wirbt mit dem Slogan „Schöner Fahren“.

Ob die Fahrten mit der MRB nun schöner sind als die mit der Deutschen Bahn, können Frau Lorenz und ich so (noch) nicht bestätigen. Aber sie sind zuweilen recht kuschelig und amüsant. Die Waggons sind meist proppenvoll und die Frischluftzufuhr dürftig. So wie am Dienstagmorgen um 7.25 Uhr. Der Zug kam, wir stiegen hastig ein und stürzten uns auf einen freien Zweierplatz, wobei Frau Lorenz den Platz am Fenster ergatterte. Meine Kollegin war zwar glücklich über ihren Sitz, aber irritiert über die wohlige Wärme, die dieser ausstrahlte. Die Fahrt nach Köln war geprägt von der Frage, warum nur ist der Sitz so heiß? Heizung? Konnte nicht sein. Es ist doch Sommer. Oder doch feucht? Nein, feucht, fühlte er sich auch nicht an. Komisch.

In Köln angekommen, bat mich Frau Lorenz, einen Blick auf den hinteren Teil ihrer Kleidung zu werfen. Sie trug an diesem Tag eine weiße Hose. Die „wohlige Wärme“ hatte an ihrem Gesäß dunkle braune Spuren hinterlassen. Ich bekam einen Lachkrampf, Inge Lorenz nicht. Sie schwang ihre Strickjacke um die Hüfte, um die Flecken zu verdecken. Wir gingen zügig ins Büro und philosophierten über die Ursachen brauner Flecken. Kaffee? Schmutz? Oder doch andere Hinterlassenschaften? Nein, es musste Kaffee sein! Frau Lorenz entschloss sich kurzerhand für den Kauf einer neuen (weißen) Hose. Nach kurzer Rücksprache mit ihrem Chef und der Schilderung des Unglücks rannte sie zurück in die Fußgängerzone. Sie war an diesem Tag die erste Einzelhandelskundin.

Über den Autor: Annett

Annett Michalski

Annett Michalski ist Marketing-Spezialistin. Sie betreut die Website der IW Medien, die Social-Media-Kanäle und den Blog. Sie organisiert Veranstaltungen und macht sich Gedanken über neue Produkte und Dienstleistungen. Sie treibt viel Sport, weil sie gerne isst und sie liebt Tansania.

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