Privatlaptops im Büro: Ist BYOD effizient oder riskant?

Privatlaptops im Büro: Ist BYOD effizient oder riskant?

In den letzten Jahren erlauben immer mehr Unternehmen ihren Mitarbeitern, private Laptops, Tablets und Smartphones auch beruflich zu nutzen. Datenschützer sehen diesen Trend kritisch. Wir zeigen, wann BYOD trotzdem sinnvoll ist.

Am Wochenende noch an einem Projekt weiter arbeiten, Home-Office, wenn das Kind krank ist, oder am freien Tag kurz die beruflichen Mails checken – die Grenzen zwischen Job und Freizeit verschwimmen. Blöd nur, wenn das benötigte Dokument auf dem Firmencomputer liegt oder man vom privaten Laptop nicht auf die Büromails zugreifen kann. Warum überhaupt zwei Computer, wo doch heute jeder privat ein Laptop oder ein Tablet besitzt? Diese Fragen stellen sich und ihren Chefs in den letzten Jahren wohl immer mehr Arbeitnehmer, denn seit einiger Zeit gibt es den Trend zu BYOD. Ausgeschrieben bedeutet BYOD „Bring Your Own Device“ oder: “Bring deine eigenen Geräte mit“.

Höhere Produktivität durch BYOD

Mittlerweile erlauben Umfragen zufolge rund 40 Prozent der deutschen Unternehmen ihren Mitarbeitern, im Büro mit ihren eigenen Laptops, Tablets und Smartphones zu arbeiten. Der Grund: Die Unternehmen möchten moderne Arbeitgeber sein. Sie hoffen auch, ihre Produktivität steigern zu können, wenn ihre Mitarbeiter mit Geräten arbeiten, an die sie gewöhnt sind. Durch Tastenkombinationen und eigene Programme sind sie oft auf ihre Besitzer zugeschnitten. Laut einer von Samsung beauftragten Studie geht dieses Konzept auf:

  • 40 Prozent der befragten Unternehmen gaben in der Studie an, dass ihre Mitarbeiter engagierter bei der Arbeit sind.
  • Sie verzeichneten dadurch Produktivitätssteigerungen von durchschnittlich 37 Prozent.
  • Außerdem sanken ihre Kosten für technische Geräte. Beispielsweise seien die Telefonkosten in den befragten Unternehmen um 17 Prozent gesunken.

Wann BOYD gefährlich werden kann

Doch die Nutzung eigener Geräte am Arbeitsplatz birgt Gefahren. Nicht nur, dass für die Mitarbeiter die Verlockung groß ist, sich während der Arbeitszeit von Facebook und Co. ablenken zu lassen. Auch datenrechtlich kann es zu Problemen kommen:

  • Durch die teils private, teils berufliche Nutzung des Geräts vermischen sich private Daten mit Firmendaten.
  • Der Mitarbeiter kann unbewusst Schadsoftware ins Firmennetz einschleusen.
  • Durch leichtsinniges Speichern in einer Cloud können sensible Informationen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
  • Laptops, Tablets und Smartphones gehen schnell verloren oder werden gestohlen. Wurden die Geräte für berufliche Zwecke eingesetzt, sind dann nicht nur die Fotos aus dem letzten Sommerurlaub, sondern womöglich auch wichtige Firmendokumente weg.
  • Unzufriedenen Mitarbeitern, die zur Konkurrenz wechseln, wird der Diebstahl von Daten erleichtert.

So nutzen Sie BYOD ohne Risiko

Für Arbeitgeber ist es daher wichtig, klare Regel für die berufliche Nutzung privater Geräte aufzustellen. Hier einige Tipps:

  • Dritte wie Partner oder Kinder sollten keinen Zugriff auf die Geräte haben.
  • Durch Schulungen sollten die Mitarbeiter für die Gefahren der Nutzung nicht-vertrauenswürdiger Internetdienste sensibilisiert werden.
  • Der Arbeitgeber sollte den Mitarbeitern die Installation seriöser Virenschutzprogramme vorschreiben.
  • Regelmäßige Backups sind unbedingt notwendig: Empfehlenswert ist die Installation einer speziellen Software, die auf dem Gerät berufliche von privaten Anwendungen trennt. Solche Computerprogramme gibt es von verschiedenen Herstellern.

Von BYOD zu CYOD

Um das Risiko so weit wie möglich zu minimieren, gehen einige Unternehmen inzwischen von BYOD zu CYOD über. CYOD bedeutet „Choose Your Own Device“ und heißt, dass sich die Mitarbeiter aus einer breiten Produktpalette selber aussuchen können, welche Geräte sie am Arbeitsplatz benutzen möchten. Die Geräte bleiben in diesem Fall aber Eigentum des Arbeitgebers. Ob die Mitarbeiter die Geräte auch privat benutzen dürfen, hängt dann vom Unternehmen ab.

Weitere Informationen: Leitfaden von BITKOM zum Thema „Bring Your Own Device“ (PDF)

Über den Autor: Julia

Julia Löffelholz

Julia Löffelholz war als studentische Hilfskraft bei der IW Medien tätig.

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