Scheitert die Industrie 4.0 an der Schulbildung?

Scheitert die Industrie 4.0 an der Schulbildung?
©dmexco

Eine steile These, die letzte Woche auf der digital marketing exposition & conference (dmexco) in Köln zu hören war: Deutschland bilde seine Kinder nicht ausreichend aus – schon in zehn Jahren könnten Schulabgänger mit ihren Abschlüssen nichts mehr anfangen. Diese warnenden Worte fielen in einer Diskussionsrunde mit Katharina Borchert (Mozilla), Philipp Justus (Google) und Frank Riemensperger (Accenture). Und was dagegen zu tun ist, wussten die Casandra-Rufer auch: Der Staat sei in der Pflicht, eine neugierige Generation heranzuziehen. Wenn dies nicht gelinge, sehe man für die Industrie 4.0 in Deutschland schwarz, darin waren sich alle einig. Die Schüler müssten das Programmieren lernen – dazu gehöre aber mindestens eine Neuausrichtung der Lehrerausbildung. Gelinge dies nicht, müsse man darüber nachdenken, die Schulen zu privatisieren. Dem Staat jedenfalls werde nicht zugetraut, nachwachsende Generationen fit zu machen, es sei denn, man mache sich ganz schnell auf den Weg.

Warum Google auf Philosophen setzt

Ob Kreide, Atlas und Bücher nicht längst obsolet sind, darüber wird hierzulande viel diskutiert. Im Pisa-Spitzenland Finnland zum Beispiel wurde die Schreibschrift bereits abgeschafft, hoch im Norden wird nur noch getippt. Doch ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Kluge Leute können leicht erklären, warum das Schreiben mit Bleistift und Papier so wichtig ist: Es verbessert die Motorik und bildet wichtige Synapsen im Gehirn. Auch die Beschäftigung mit Geschichte, Geographie oder Philosophie und Religion erscheint in der www.welt auf den ersten Blick zwar nicht unbedingt als karrierefördernd – doch was wäre, wenn wir diese Fächer abschaffen und uns nur noch auf das Heranziehen von Computerexperten und Mathegenies konzentrieren würden? Keine gute Idee. Was ist dann mit der Persönlichkeitsentwicklung? Was mit der Diskursfähigkeit? Und der Kreativität? Liebe Nerds, wir sind Menschen, wir haben einen Verstand, wir können querdenken, sind kreativ und  können uns unsere Welt gestalten – schon vergessen? Und dazu gehört auch die vermeintlich brotlose Kunst – das Silicon Valley hat das längst begriffen: Google stellt Philosophen ein, und die Youtube-Chefin Susan Wojcicki hat Geschichte und Literatur studiert.

Die Moral von der Geschicht: Kinder, lernt programmieren und studiert dann Philosophie!

Über den Autor: Gabi

Gabi Diedrich

Gabi Diedrich ist Marketing-Spezialistin. Sie kümmert sich um die Social-Media-Kanäle der IW Medien, führt Interviews mit Kollegen und anderen spannenden Gesprächspartnern aus der Medien-Welt und bloggt für die IW Medien. Sie vermarktet unsere Produkte und Dienstleistungen und pflegt die Beziehungen zu unseren Kunden.

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