Sichert Korruption Arbeitsplätze?

Sichert Korruption Arbeitsplätze?

Aufträge müssen her – egal wie! Andreas Bolt* (*Name von der Redaktion geändert), Vertriebsleiter eines großen Maschinenbauunternehmens, kennt diesen Druck. Wenn er früher einen Termin bei potentiellen Kunden in bestimmten Ländern hatte, ging er vorher zum Chef und holte sich das OK für die Bakschisch-Kasse. „In vielen Ländern ist es völlig normal, öffentliche Verwaltungen und Geschäftspartner zu bestechen, sonst kommt man da auf keinen grünen Zweig. Wenn Sie ein Geschäft in Mexiko oder China machen wollen, müssen Sie zahlen. Diese Gedanken, die wir uns hier in Deutschland um Korruption machen, sind denen völlig fremd“, weiß Bolt.

Korruptionszahlungen konnten in Deutschland bis 1999 sogar von der Steuer abgesetzt werden. Seither agieren Verkäufer wie Andreas Bolt in einer Grauzone und stecken in der Zwickmühle. Die eigene Karriere hängt von den Verkaufszahlen ab und die Arbeitsplätze der Kollegen auch. In der Firma von Andreas Bolt – wie in vielen deutschen Unternehmen – gibt es inzwischen einen Verhaltenskodex, eine Unternehmenskultur, die Bestechung verbietet und damit die Gewissen der Mitarbeiter entlastet. Jetzt soll bei den Kunden nur noch die Qualität der Produkte zählen. Für einen global agierenden Vertriebsleiter zugleich Ent- und Belastung. Denn der Wettbewerb ist knallhart. „Unsere Kunden kennen uns inzwischen und zählen auf die Qualität, die wir liefern. Für uns zahlt sich Moral langfristig aus. Aber Neulinge, die in unserem Geschäft Fuß fassen wollen, haben es da schwerer.“ Da ist Bolt ziemlich sicher.

Korruptionsindex 20014 von Transparency International

Korruptionsindex_2014

Über den Autor: Gabi

Gabi Diedrich

Gabi Diedrich ist Marketing-Spezialistin. Sie kümmert sich um die Social-Media-Kanäle der IW Medien, führt Interviews mit Kollegen und anderen spannenden Gesprächspartnern aus der Medien-Welt und bloggt für die IW Medien. Sie vermarktet unsere Produkte und Dienstleistungen und pflegt die Beziehungen zu unseren Kunden.

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