Urheberrecht bei Social Media – was Sie beim Liken und Teilen beachten müssen

Urheberrecht bei Social Media – was Sie beim Liken und Teilen beachten müssen
© Stockwerk-Fotodesign

Für viele Menschen sind die sozialen Netzwerke mittlerweile ein fester Bestandteil ihres Alltags. Über Facebook, Twitter und Co. machen sie regelmäßig Informationen über ihr Privatleben öffentlich. Es wird gepostet, geliked und geteilt. Doch auch im Internet gelten Regeln, die von jedem beachtet werden müssen. Andernfalls droht eine Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung. Mit diesem Thema hat sich auch der Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V. in einem kostenlosen eBook beschäftigt.

Das Urheberrecht regelt die juristische Beziehung zwischen einem Werk und seinem Urheber, also dem Schöpfer. Übergeordnete Ziele sind der Schutz der Schöpfung sowie die Sicherstellung einer angemessenen finanziellen Vergütung des Urhebers.

Um die Ziele des Urheberrechts zu erreichen, hat der Schöpfer des Werkes verschiedene Rechte:

•      Urheberpersönlichkeitsrechte

•      Verwertungsrecht

•      Nutzungsrechte

Die gesetzlichen Vorgaben zum Urheberrecht gelten daher sowohl in der realen als auch in der digitalen Welt und müssen von jedem Nutzer eingehalten werden. Im Falle einer Urheberrechtsverletzung müssen Sie daher mit schwerwiegenden und weitreichenden Sanktionen rechnen. Zu den häufigsten Verstößen bei Social Media zählt die Verwendung fremder Werke, die Missachtung des Rechts auf Anerkennung der Urheberschaft ebenso wie die Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Werken.

Promis, Zeichentrickfiguren und Co.

Viele soziale Netzwerke leben von der Verbreitung von Bildern und Fotos. Die Nutzer werden zum Beispiel regelmäßig daran erinnert, ein neues Profilbild zu erstellen. Da sich jedoch einige User noch etwas Privatsphäre wahren möchten, laden sie Bilder von Prominenten, Comic- oder Zeichentrickfiguren hoch. Die Verwendung fremder Bilder kann allerdings schnell zu einer Abmahnung führen, denn auch diese Fotos sind häufig urheberrechtlich geschützt. Die Urheberschaft liegt entweder beim Zeichner oder beim Fotografen. Dieser muss um eine Erlaubnis gebeten werden. In einigen Fällen muss der Nutzer sogar eine Lizenz zur Nutzung des Fotos erwerben.

Ohne die ausdrückliche Erlaubnis sollten daher keine Bilder hochgeladen werden. Ein solcher Upload stellt eine öffentliche Zugänglichmachung nach § 19a UrhG dar und wird ohne eine Zustimmung als Urheberrechtsverletzung gewertet.

Auch das Posten eigener Bilder kann ein Problem sein

Doch auch die Verbreitung eigener Bilder kann zu einer Urheberrechtsverletzung führen – zum Beispiel wenn auch fremde Personen auf dem Foto zu sehen sind. Wichtig bei der Veröffentlichung von Fotos ist vor allem das Kunsturheberrecht (KunstUrhG). Dieses besagt in § 22, dass Fotos nur mit der Einwilligung der abgebildeten Personen verbreitet oder veröffentlicht werden dürfen. Um rechtliche Streitigkeiten und eventuelle Konsequenzen zu vermeiden, sollten Sie daher alle abgebildeten Personen um Erlaubnis bitten.

Der §13 UrhG sichert dem Urheber des Werkes das Recht auf Anerkennung zu. Möchte dieser, dass sein Name in irgendeiner Form vermerkt wird, müssen Sie diesem Wunsch nachkommen – beispielsweise durch den sogenannten Copyright-Vermerk.

Bearbeite ich ein Bild, habe ich auch das Urheberrecht – falsch!

Viele Internetnutzer glauben, das Urheberrecht durch die Bildbearbeitung umgehen zu können. Doch Achtung! Das ist ein Irrglaube! Durch die Bearbeitung eines Fotos wird nicht automatisch ein neues Werk geschaffen. Zudem bedarf auch die Bearbeitung und darauf folgende Veröffentlichung des Werkes der Zustimmung des Urhebers. Dieser hat laut §14 UrhG außerdem das Recht, eine Entstellung seines Werkes zu verhindern.

Weitere Informationen rund um das Thema „Urheberrecht“ finden Sie unter www.urheberrecht.de.

Dieser Artikel ist in Kooperation mit dem Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V. entstanden.

 

Der Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V. ist der Zusammenschluss von Rechtsjournalisten und Rechtsanwälten aus ganz Deutschland, die Rechtsbeiträge zu verschiedensten Themen auf den Portalen arbeitsvertrag.org, scheidung.org, abmahnung.org und rechtsanwaltfachangestellte.org veröffentlichen.

Der Verband wurde im August 2015 von dem Rechtsanwalt Mathis Ruff in Berlin ins Leben gerufen.  Übergeordnetes Ziel ist es, umfassende Informationsportale zu schaffen, auf denen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger über sämtliche relevanten Rechtsbereiche in Deutschland informieren können. Zudem wird ein deutschlandweites Anwaltsverzeichnis aufgebaut  und gepflegt. Der Verband sieht sich an dieser Stelle ausschließlich als Informationsplattform und bietet daher keine Rechtsberatung an.

Über den Autor: Isabel

Isabel Frankenberg

Isabel Frankenberg arbeitet als freie Journalistin für verschiedene Verbände. Sie befasst sich in ihren Artikeln unter anderem mit Themen des Verkehrs-, Sozial- und Urheberrechts.

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