Wie Gebärdensprach- und SchriftdolmetscherInnen Kommunikation ermöglichen

Wie Gebärdensprach- und SchriftdolmetscherInnen Kommunikation ermöglichen
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Wie Gebärdensprach- und SchriftdolmetscherInnen die Kommunikation zwischen hörbehinderten und hörenden Menschen ermöglichen.

Ob Oscarverleihung oder Nachrichtensendung: Der Anblick von virtuos agierenden GebärdensprachdolmetscherInnen bei Großveranstaltungen, Konferenzen und in den Medien ist uns mittlerweile sehr vertraut.

Weniger bekannt ist, dass Menschen, die niemals eine Lautsprache erlernt haben, auch Schriftsprache nur eingeschränkt erwerben, verstehen und anwenden können. Daher sind alternative Verständigungswege über Zeichen und Gebärden für gehörlose Menschen umso wichtiger.

Je nach Nation und Kultur gibt es unterschiedliche Gebärdensprachen. In Deutschland wird die Deutsche Gebärdensprache (DGS) verwendet. DGS ist eine visuelle Sprache mit eigener Grammatik, die neben Körperhaltung und Mimik vor allem Gebärden eingesetzt, um Gedanken sowie Sachverhalte auszudrücken.

Wer sich international mit Gebärden verständigen möchte: Über die Seite spreadthesign können Sie beliebige Wörter und Sätze wie „Wo ist der Bahnhof?“ in bis zu 16 verschiedene Gebärdensprachen übersetzen und sich von den jeweiligen Ergebnissen überraschen lassen.

Neben der DGS existieren weitere Kommunikationsformen, wie Lautsprachbegleitendes und Lautsprachunterstützendes Gebärden (LBG und LUG). Dabei sprechen DolmetscherInnen den zu übermittelnden Text in geringem Zeitabstand lautlos nach, begleitet von unterstützenden Gebärden.

Diese Variante wird von schwerhörigen und später ertaubten Menschen mit lautsprachlichen Vorkenntnissen häufig bevorzugt.


Was machen SchriftdolmetscherInnen?

SchriftdolmetscherInnen kommen oft bei Konferenzen zum Einsatz und erleichtern das Verständnis für Teilnehmer mit Hörbeeinträchtigung. Hierzulande leiden etwa ein Fünftel der Frauen und Männer unter Hörschwierigkeiten, deren Ausmaß mit fortschreitendem Alter zunimmt.

Die SchriftdolmetscherInnen schreiben das gesprochene Wort in hoher Geschwindigkeit mit oder fassen den Inhalt schriftlich zusammen. Der produzierte Text kann zeitgleich auf einer Leinwand oder auf dem Bildschirm eines Laptops mitgelesen werden. In REHADAT finden Sie Adressen der verschiedenen Dolmetscher- und Assistenzdienste.

Ob die Inanspruchnahme einer Kommunikationsassistenz in Alltag und Beruf finanziell gefördert werden kann, regeln das Bundesbehindertengleichstellungsgesetz (BGG) und das Sozialgesetzbuch IX.

Wer wissen möchte, in welcher Form REHADAT Arbeitgeber und Arbeitnehmer ansonsten bei der beruflichen Teilhabe unterstützt, kann dies auch in Deutscher Gebärdensprache erfahren.

 

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Über den Autor: Heike

Heike Knaak

Heike Knaak ist im IW Köln als Referentin im Kompetenzfeld Berufliche Teilhabe und Inklusion tätig.

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